Uni-Loc Stative

In diesem Artikel möchte ich die Uni-Loc Stative näher vorstellen. Durch ihre enorme Flexibilität sind sie sehr gut für die Makrofotografie geeignet. Ich selbst war in dem Besitz des 1600er Modells, das kleinste aus der Produktpalette. Moment arbeite ich mit dem Major System 1220.

Wenn Sie Fragen zu dem Artikel haben, können Sie mir diese über das Kontaktformular stellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Herkunft
  2. Stativübersicht
  3. Besonderheiten der Stative
  4. Eigene Erfahrungen
1. Herkunft

Die Uni-Loc Stative stammen zum Teil von alten Benbo Stativen ab, deren Erfinder und Entwickler Ken Brett war. Durch eine spezielle Konstruktion und die Robustheit waren die Stative sehr beliebt. Nachdem jedoch die gesamte Firma an die Petterson Group verkauft wurde und diese anschließend Insolvenz beantragen musste, wurden die Stative 1991 unter der erneuten Leitung von Ken Brett und dem Namen Uni-Loc weiter produziert.

Heutiger Hersteller der Stative ist die Firma Envoy Uni-Loc(externer Link), welche ihren Sitz in Leighton Buzzard - England hat.

2. Stativübersicht

Die Produktpalette umfasst zehn Dreibeinstative, ein kleines Tischstativ sowie vier Einbeinstative. Sie sind in Standard-, Major- und Systemstative unterteilt, welche sich durch Gewicht, Beindurchmesser und der abknickbaren Mittelsäule unterscheiden.

Die Stative sind insgesamt etwas teurer (Preise siehe Tabelle), aber dafür erhält man auch ein Stativ, welches überall einsetzbar ist. Neben den Stativen werden auch Kugelköpfe und weiteres Stativzubehör angeboten wie z.B. Stativgewindekonverter oder eine multifunktionale Tischsäule.

In der folgenden Tabelle finde Sie eine Übersicht der angebotenen Dreibeinstative:

 

Auszüge

max. Höhe

Packmaß

Gewicht

Preis*

Standardstative

 

 

 

 

 

1600

1

1530mm

800mm

2,4kg

189,00€

Majorstative

 

 

 

 

 

1220

1

1220mm

675mm

3,1kg

219,00€

1600

1

1600mm

790mm

3,4kg

249,00€

2300

1

2391mm

1040mm

3,9kg

299,00€

Systemstative

 

 

 

 

 

1220

1

1800mm

730mm

3,8kg

269,00€

1600

1

1600mm

790mm

3,4kg

309,00€

1700

1

1745mm

793mm

3,0kg

249,00€

1700 Kompakt

2

1575mm

616mm

3,0kg

299,00€

1700 Hi-Lift

2

2190mm

793mm

3,5kg

329,00€

2300

1

2500mm

1110mm

4,8kg

349,00€

* Die Preise wurden von Kocktrade(externer Link), einem deutschen Vertreiber der Uni-Loc Stative übernommen.

3. Besonderheiten der Stative

Das wohl herausragendste Merkmal dieser Stative ist ihre Konstruktion. Jedes der drei Beine sowie die Mittelsäule sind unabhängig voneinander verstellbar und über ein Zentralgelenk miteinander verbunden.

Beispielbild eines Uni-Loc Stativs mit montiertem Sigma Objektiv

Auffällig ist auch die Beinkonstruktion, entgegen vieler anderer Stative befindet sich das dickste Stück, welches mindestens einen Durchmesser von 30mm aufweist, unten und die Verlängerungen werden aus den pulverbeschichteten Aluminiumrohren nach oben herausgezogen. Dadurch kann kein Dreck eindringen, zudem ist das Stativ wasserdicht und kann so nahezu überall eingesetzt werden.

Nach der erneuten Übernahme der Entwicklung der Stative 1991 durch Ken Brett wurden zahlreiche Verbesserungen zu den Vorgängermodellen vorgenommen und neue Materialien eingesetzt.

4. Eigene Erfahrungen

Derzeit besitze ich das Major System 1220, davor habe ich mit dem Standardstativ Uni-Loc 1600 gearbeitet. Das 1220er besitzt zusätzlich eine abknickbare Mittelsäule, wodurch man noch flexibler ist. Aber auch mit dem 1600er hatte ich beim Arbeiten keine Probleme.

Beispielbild eines Uni-Loc Stativs mit montiertem Sigma Objektiv in normaler Position

Von Anfang an war ich mit den Uni-Loc Stativen sehr zufrieden. Sie sind stabil, wasserfest und sehr flexibel. So gab es bisher noch keine Situation, in der ich kein Foto machen konnte, weil ich das Stativ mit Kamera nicht zum Motiv ausrichten konnte.

Die Verarbeitung kann insgesamt als "gut" bezeichnet werden. Der Zentralverschluss ist leichtgängig und die Beine lassen sich problemlos in jede Richtung bewegen und ausziehen. Abzüge bei der Verarbeitung gibt es allerdings beim Hebel. So ist mir dieser, neben einigen anderen Leuten auch, kaputt gegangen, beim 1600er genauso wie beim Major System 1220. In dem Hebel befindet sich eine Art Hülse mit Haken als Wiederstände. In dieser Hülse befindet sich das Gewinde, mit welchem der Hebel an dem zentralen Gelenk aufgeschraubt wird. Mit der Zeit hat das Material durch die Reibung nachgegeben, so dass die Haken keine Wirkung mehr hatten und sich der Hebel auf einmal in meiner Hand befand. Beim 1220er Stativ gab dagegen das Gewinde in der Hülse nach.

Beispielbild eines Uni-Loc Stativs mit montiertem Sigma Objektiv in tiefer Position mit waagerechter Mittelsäule

Zuerst versuchte ich über Kocktrade(externer Link) den Originalhebel zu beziehen, doch im Makro-Forum(externer Link) postete ein User einen Internetshop, welcher passende Hebel anbot. Dort habe ich mir sofort einen bestellt und benutze ihn seitdem ohne Probleme.

Ansonsten kann ich nur positives über die Stative berichten, es ist zu einem treuen Begleiter geworden, auch wenn man ab und zu von Passanten etwas komisch angeguckt wird, da die Stativ sehr sperrig sind. Wichtig sei noch zu sagen, dass man beim Lösen des Zentralverschlusses die Mittelsäule festhalten sollte, da es sonst passieren kann, dass die Kamera zu Boden schnellt. Hierfür gibt es aber auch ein Ersatzteil von Uni-Loc, der die Mittelsäule nicht direkt mit dem Zentralgelenk verbindet.